Starte mit dem Problem, nicht mit der Wunschliste
«Wir brauchen eine moderne Website» lässt viel Raum für Interpretationen. Präziser wäre: «Interessenten verstehen unser Angebot nicht und rufen wegen grundlegender Fragen an. Die neue Website soll die drei Leistungsbereiche erklären und passende Projektanfragen ermöglichen.» Jetzt lässt sich beurteilen, ob eine vorgeschlagene Funktion tatsächlich hilft.
Formuliere ein Hauptziel und höchstens zwei ergänzende Ziele. Halte ausserdem fest, woran ihr später eine Verbesserung erkennt. Das können vollständig ausgefüllte Anfragen, Bewerbungen oder weniger Rückfragen zu einem Angebot sein. Seitenaufrufe allein zeigen noch nicht, ob die Website ihren Zweck erfüllt. Ist die heutige Ausgangslage unbekannt, gehört eine Bestandsaufnahme zum Projekt.
Beschreibe die Menschen und ihre Entscheidung
Ein Briefing braucht keine erfundene Persona mit Lieblingskaffee. Es braucht echte Fragen: Wer sucht die Leistung? Was muss diese Person vor einer Anfrage wissen? Wer entscheidet über den Auftrag? Welche Zweifel verzögern den nächsten Schritt?
Ein fiktiver Handwerksbetrieb könnte zwei Zielgruppen unterscheiden: private Eigentümer mit einer konkreten Reparatur und Verwaltungen mit wiederkehrendem Unterhalt. Beide brauchen andere Informationen und möglicherweise andere Kontaktwege. Eine gemeinsame Startseite ist möglich; die Leistungsseiten müssen diese Unterschiede trotzdem verständlich abbilden.
Notiere auch die bedienten Regionen und tatsächlich benötigten Sprachen. Ein Betrieb in Luzern mit deutschsprachiger Kundschaft braucht nicht automatisch vier Sprachversionen. Wer französischsprachige Anfragen annimmt, muss dagegen Übersetzung, laufende Pflege und die Bearbeitung dieser Anfragen mitdenken.
Diese Angaben gehören in dein Briefing
Bereich
Was du konkret festhältst
Ausgangslage und Ziel
Welches Problem soll die neue Website lösen?
Zielgruppen
Wer sucht was und welche Fragen stehen vor einer Anfrage?
Seiten und Inhalte
Welche Leistungen, Referenzen, Texte und Bilder werden gebraucht?
Funktionen
Welche Formulare, Buchungen oder Schnittstellen sind notwendig?
Rahmen
Budgetrahmen, gewünschter Start, feste Termine und interne Zuständigkeiten
Betrieb
Wer aktualisiert Inhalte, betreut die Technik und verwaltet Zugänge?
Trenne bei Funktionen zwischen «zum Start notwendig», «später sinnvoll» und «noch zu prüfen». Eine Schnittstelle zur bestehenden Software ist beispielsweise keine kleine Zusatzzeile. Beschreibe, welche Daten wohin übertragen werden sollen und wer die technische Dokumentation bereitstellt. Ungeklärte Abhängigkeiten sollten in der Offerte sichtbar bleiben.
Sammle vorhandenes Material und kennzeichne die Lücken
Erstelle ein einfaches Inhaltsverzeichnis mit den geplanten Seiten. Ergänze pro Seite, ob der Text vorhanden ist, wer ihn freigibt und welche Bilder fehlen. «Über uns: bestehender Text prüfen, neues Teamfoto nötig, Freigabe Geschäftsführung» ist für die Planung wertvoller als ein Ordner mit fünf unbenannten Dokumentversionen.
Lege Logos, Schriftinformationen, Bilddateien und vorhandene Gestaltungsrichtlinien dazu. Kläre, welche Materialien ihr verwenden dürft. Zugangsdaten gehören nicht in ein Briefing, das an mehrere Anbieter geht; vermerke lediglich, welche Systeme existieren und wer dafür zuständig ist.
Bei einer bestehenden Website kommen die wichtigen bisherigen URLs hinzu. Leistungsseiten, die Besucher oder Anfragen bringen, dürfen beim Relaunch nicht versehentlich verschwinden. Für den grundlegenden Kostenrahmen hilft unser Beitrag zu den Kosten einer professionellen Website.
Mache Offerten vergleichbar
Bitte alle angefragten Anbieter, dieselben Punkte auszuweisen: Konzeption, Gestaltung, technische Umsetzung, Texterstellung, Bildproduktion, Migration, Schulung und laufende Leistungen. Frage nach enthaltenen Korrekturschleifen und danach, welche Mitwirkung von euch erwartet wird.
Ein tieferer Gesamtpreis kann auf weniger Inhalt oder mehr Eigenleistung beruhen. Vergleiche deshalb zuerst den Umfang. Definiert auch die Abnahme: etwa ein funktionierendes Formular, lesbare Darstellung auf dem Smartphone, korrekte Weiterleitungen und bearbeitbare Inhalte. Die Formulierung «Website fertig» reicht als gemeinsamer Prüfpunkt selten aus.
Kurze Antworten zum Website-Briefing
Wie lang muss ein Briefing sein?
So lang, dass Ziel, Umfang und offene Fragen verständlich sind. Wenige sorgfältig ausgefüllte Seiten können ausreichen. Ergänzende Dateien gehören als geordnete Anhänge dazu; eine bestimmte Seitenzahl macht das Briefing nicht besser.
Muss das Design schon feststehen?
Nein. Zeige zwei oder drei Beispiele und beschreibe jeweils, was dir daran hilft: Navigation, Bildsprache oder Lesbarkeit. Eine fremde Website ist keine Bauanleitung für eure eigene Marke.
Was machen wir, wenn vieles noch offen ist?
Kennzeichne diese Punkte ausdrücklich und vereinbare zuerst eine Konzeptphase. Wir können mit deinem Team die Anforderungen sortieren und daraus eine belastbare Grundlage für Webdesign und Webentwicklung erstellen.
Redaktioneller Hinweis: Mit KI-Unterstützung erstellt. Recherche- und Quellenstand: 8. September 2026. Zahlenbeispiele und beschriebene Beispielsituationen sind als solche gekennzeichnet.
Geschäftsführer von YOU MEDIA in Horw bei Luzern. Kai Schöne bringt über 15 Jahre persönliche Berufserfahrung ein und setzt Projekte gemeinsam mit seinem Team um.